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Mittwoch, 27. April 2016

Fotowahrheit Hemdbluse

Eigentlich ist es bei mir immer so, wenn ich mir etwas für mich zum Anziehen genäht habe, dass ich es erst richtig beurteilen kann wenn ich die sogenannten Trage-Fotos sehe. Und der Me Made Mittwoch ist dann immer auch eine gute Gelegenheit, um diese Fotos zu präsentieren und zu besprechen.
So auch heute. Ich trage eine  Hemdbluse die ich mir nach  Burda Magazin 6/2013 Modell 119 nähte.


Wie die Fotos mir offenbaren, ist die Passform allerdings fehlerhaft. Als wenn ich es nicht schon beim Zuschneiden gewusst hätte, aber die Verdrängungsmechanismen waren mal wieder stärker und ich bin drüber weg: Es fehlt auf jeden Fall Weite, besonders im Bereich der Hüfte. Ich sehe das an den Schrägzügen die von unterhalb der Brust zur Seite hin verlaufen.


Außerdem finde ich - erst jetzt wo ich die Fotos betrachte - dass ich die Bluse, wenn ich sie zur Hose mit engem Bein trage, doch hätte länger machen wollen. Hinten länger als vorne allerdings finde ich immer ganz gut für meine Figur. 


Die Rückansicht zeigt es auch noch mal deutlich, dass die Bluse mehr Weite über der Hüfte gebraucht hätte. Und auch oben am Kragenansatz ist noch was nicht richtig. 
Da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben in Sachen Passform und ich werde das Vorhaben Hemdbluse noch mal neu angehen - soviel steht fest. 


Und jetzt möchte ich die Showbühne heute noch nutzen um 3 tolle Geschenke zu zeigen die ich von einer Frau aus meinem lokalen Nähtreff erhielt. Da ist erstens der Trenchcoat den ich wirklich ausgesprochen gern trage, dann noch die Jeansjacke die mir erstaunlicherweise hervorragend gut passt (so gut dass ich schon überlege mir den Schnitt abzunehmen) und last but not least dieser tolle Koffer, den ich für meine Nähuntensilien verwenden möchte. 
Der Trench und die Jeansjacke sind natürlich selbstgenäht! Der Koffer ist aus dem Nachlass einer leider verstorbenen Freundin.
An dieser Stelle lieben Dank an G. aus E. :-)   


Hier nun noch der obligatorische Link zum Treff:


Mittwoch, 20. April 2016

Me Made Mittwoch im April 2016



Es ist Mittwoch im April, 5:11 Uhr und ich schaff es gerade noch vor der Arbeit meinen MMM Post hochzuladen. Die Fotos sind natürlich nicht von heute, aber immerhin zeige ich ein 'echtes' Outfit, das ich gestern zur Arbeit trug:


Das Schnittmuster des Oberteils ist nach Burdamag. 3/2016 #104. Darüber habe ich im Post zuvor bereits geschrieben und wir haben in den Kommentaren über die Konstruktion diskutiert.

Der Stoff ist ein ganz toller original Afrika-Stoff. Ein Geschenk von meiner Freundin nach ihrem Afrika-Wüstentrip von vor über 30 Jahren. Seine Eigenschaften sind fantastisch. Eigentlich wusste ich gar nicht dass das geht, aber der Stoff ist leinwandbindig, mit Stand, und in Querrichtung elastisch. Bei der Wäsche blutet er kaum aus und wird ganz weich um nach dem Trocknen wieder in sich steifer zu werden. Im Grunde ist dieser Stoff hervorragend geeignet für Drapierungen.

Zu meinem Blusenshirt trage ich meine weiße Hose u. meine rote Jacke (beide Teile sind verbloggt u. z.B. über die Galerie meiner Projekte in der Seitenleiste zu finden).

Hier noch mal ein Lagenlook-Foto von von allen Seiten:


Dieses Shirt habe ich mir ja bereits zum zweiten Mal genäht, wobei ich versucht habe alles aus dem Schnitt herauszuholen was für mich geht. Heute am Mittwoch trage ich übrigens das Outfit mit der ersten Version. Dazu  noch eine passenden Jeansjacke, die NICHT ICH selbstgenäht habe sondern eine Bekannte vom Nähtreff. Jeder spricht mich auf diese Jacke an - leider habe ich heute kein Foto für euch.


So - und jetzt baller ich schnell noch alle Fotos raus die ich noch vom Afrika-Shirt gemacht habe...


...  jede Menge Aufnahmen aus der Nähe zwecks Passformbeurteilung:


Die Falte im Rücken ist zugesteppt genau genau bis zum Knick im Hohlkreuz. Meine Nähtreff-Frauen waren sich einig dass es so am Besten an mir aussieht.




Jetzt  muss ich aber los!

Man sieht sich auf dem MMM-Blog!
Ps: Ich bin sehr begeistert vom heutigen Gastblogger der ein eigens gefertigtes Herrenhemd mit Stretch-Hose vorstellt!

Tschüss erstmal. :-)


Samstag, 16. April 2016

Reverse engineering: (Burdastyle 3/2016 #104)


Es geht um das Blusenshirt aus der März Burda. Ein einfacher Schnitt dessen besonderer Blickfang eine aufspringende Kellerfalte im Rücken ist.
Hier zwei hübsche Beispiele von nach dem Muster genähten Versionen, die mir besonders ins Auge gefallen sind.
http://natuerlichkreativ.blogspot.de/2016/04/mmm-mit-burda-bluseshirt.html
http://www.burdastyle.de/fruehling-da-bist-du-ja-_crid_37025.html

Ich selbst habe mir auch schon 2 Versionen nach dem Schnitt genäht. Mit der Passform meiner ersten Version bin ich aus verschiedenen Gründen nicht ganz zufrieden. Unter anderem stellte ich fest, dass die Bluse an mir vorne hochzieht bzw. nach hinten über die Schulter wegrutscht. Ein Grund dass das passiert, ist wohl die Tatsache dass ich den Aussschnitt beim Nähen gedehnt habe und er letztlich viel weiter geworden ist als nach Schnittmuster vorgesehen. Aber ist das der alleinige Grund? Bei den anderen Versionen die nachgenäht wurden ist mir die Tendenz mit dem Verrutschen auch aufgefallen und z.B. Andrea von natürlich kreativ berichtet ebenfalls davon, wobei auch sie allerdings vermutet es liegt am weiten Ausschnitt.

Was denn nun?

Burdamagazin 3/2016 #104:
Um herauszubekommen wie der Schnitt aufgestellt ist, habe ich versucht mir ein genaueres (Schnitt-) Bild zu machen.
In dieser Grafik die hier zu sehen ist, liegt der Modellschnitt über dem Schnitt den ich vor längerer Zeit mit Hilfe der HS24 Forumschreiberinnen durch 'Reverse Engeneering' sozusagen als Burda Grundschnitt definiert habe. Der Grundschnitt ist mit den schwarzen Linien gezeichnet und das Modell mit den roten Linien.


Die Kellerfalte im Rücken hatte ich im Vorfeld im Folienschnitt weggesteckt, dann beide Schnitte übereinandergesteckt, auf das Whiteboard gepinnt und abfotografiert.


Jetzt ihr! Was meint ihr, liegt es am Schnitt, dass das Shirt beim Tragen die Balance verliert? Wie genau wurde der Grundschnitt für das Modell manipuliert?
Immer unter der Vorraussetzung dass mein 'Burda-Grundschnitt' stimmt, ergeben sich folgende Parameter für die Schnittkonstruktion:

Das Armloch ist im oberen Bereich ins Vorderteil hineingezeichnet, und auch ein wenig im Rücken:



Die Seitennaht wurde am Unterarm um 1cm nach vorne verlegt:


Und das Halsloch ist vertieft:

Dann wurden dem Modellschnitt noch die Designelemente, Kellerfalte im Rücken und geschwungene Vo-Ku-Hi-La - Länge hinzugefügt - und das war es.

Eine Sache die ich am Schnittbild nicht verstehe ist, dass der Brustpunkt des Modells einen Tick tiefer liegt als im Grundschnitt. Woran liegt das? Was sagen die Schnittkonstruktionsexperten?


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Bei meiner zweiten Version jedenfalls habe ich das obere Armloch kurzerhand nach (meinem!) Grundschnitt belassen und die Abnäherlage, also die Brustlinie, habe ich ebenfalls aus meinem Grundschnitt übernommen. Das Ergebnis ist auf jeden Fall besser was die Balance Schulter/Arm betrifft.




Zu meinem Shirt  in der zweiten Version gib es noch mehr zu sagen, aber das blogge ich ein andernmal, zum MMM oder so.

Was meint ihr nun zu diesem Schnitt?


Sonntag, 3. April 2016

Projekt Brot und Butter - Finale


Heute ist der letzte Tag an dem das Linktool des Brot und Butter Finales noch offen ist.
Mein erklärtes Ziel beim Sewalong bestand darin, mir möglichst schnell möglichst viel Kleidung zu nähen, nur nach bewährten Schnitten und aus vorhandenen Stoffen.
Man, war das schwierig! Ich neige ganz einfach eher zum Experimentieren in Sachen Schnitttechnik, als zum produktiven Nähen von tragbarer Kleidung für mich. DAS wurde mir in den letzten 3 Monaten dieses Sewalongs von Siebenhundertsachen einmal mehr bewusst.

Was habe ich also nun geschafft in den 3 Monaten?

3 extra lange Unterhemdem aus Romanitjersey für Lagenlook
3 Hosen mit engem Bein
3Oberteile

Meine Schnitte waren entweder bereits vorhanden, selbst erstellt und angepasst (die Hosen u. der Cowl-Hoodie) oder ich habe sie mit Hilfe meines Burda-Script direkt ohne Anprobe zu geschnitten.
Immerhin gar es keine weitere Anpassungsarbeiten während des Sewalongs bei mir.

Im letzten Abschnitt jetzt habe ich mir eine Hose aus roséfarbenem Leinen genäht und dazu ein Oberteil.

Hier ein paar Fotos:


Die Bluse ist nach Burdastylemag. 3/2016 #104 in der längeren Version aber vorn ohne Schlitz. Mein Polyesther- Oberstoff lädt sich sehr stark elekrostatisch auf, weshalb ich die Bluse komplett mit Nevaviscon unterfütterte. Leider klebt der Oberstoff am Futter und deshalb fällt die Keller-Falte im Rücken nicht schön.

Schnitt- und passformmässig hat erstmal so weit alles ganz gut geklappt - ohne Anprobe nur mit dem Script wohlgemerkt. Wie man sieht habe ich den Brustabnäher in der richtigen Position (gelbe Linie) und bei der Schulternaht dachte ich erst nicht, aber dann konnte ich feststellen, dass beim Modell die Schulternaht nach hinten verlegt wurde, also soll das wohl so!?



Was ich allerdings nicht so richtig verstehe ist, die Tatsache dass ich scheinbar wenig Hebelänge im Ärmel habe, obwohl dass Armloch maximal eng ist!?


Ganz zum Schluss dieses Sewalong hat das mit dem Anpassen oder vielmehr Ändern dann aber doch noch angefangen. Mir gefiel die Länge des Teils nicht und ich hab kurzerhand meine Follower auf Twitter mit der Frage nach der richtigen Länge genervt...

... um die Bluse dann heute morgen noch einmal in der Länge zu verändern. Hinten ist es jetzt nach Burda Vorgabe (längere Version) und vorn um einiges länger. So gefällt es mir besser für mich.


Meine Rosé-Hose werde ich übrigens wieder auftrennen nach dem sie beim Tragen durch die Körperwärme und Bewegung im Stoff ausgeleiert ist. Es ist alles so genäht, dass das mit dem Trennen schnell gemacht ist, und wenn ich den Schnitt neu wieder aufgelegt habe, kann ich die Hose schön fertig nähen. Hinten hat sie bereits Gesäßtaschen und ich überlege aktuell noch, ob ich vorn Hüfttaschen möchte. Die Hose passt auch sehr gut zu zwei meiner Oberteile (eins hab ich noch gar nicht gezeigt) die ich im letzten Jahr nähte. Ich hatte den Stoff extra dazu ausgesucht. Es ist der Stretch- Leinen von der rote Faden, den ich gern noch in weiteren Farben für solche Hosen im Stil der Stretch-Jeans (Ginger!) vernähen würde.

Meine Ausbeute bei diesem Sewalong wirkt erstmal unspektakulär und wenig beeindruckend, aber tatsächlich habe ich einen beachtlichen Zugewinn für meinen Kleiderschrank erreicht, durch meine 9 Teile. Vielleicht werde ich bei den nächsten MMM's die ein oder andere Kombi nochmal vorzeigen.

Meinen lieben Dank nun an Siebenhundertsachen für diese Aktion! Von mir aus darf es bei Zeiten gern eine Wiederholung geben - ich wäre wieder dabei!