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Sonntag, 13. Dezember 2015

Unabhängiger werden von Schnittmustern Teil 3 - Wasserfallkragen


Hefte raus: Klassenarbeit!

Das Thema heute lautet: Unabhängiger werden von Schnittmustern - Konstruktion eines Wasserfallausschnittes.


Mema, mit der ich gemeinsam eine Postserie über das Selbermachen von Schnittmustern schreibe, hat ihren Part bereits hier veröffentlicht. Sie hat sich ein wunderschönes Kleid mit Wasserfallkragen konstruiert und genäht  und dazu das Prinzip des Aufspreizens im Papierschnitt erklärt.


Hier bei mir gibt es heute eine  Anleitung zur Konstruktion einen Ausschnittes mit Wasserfall und Kapuze.
Die Grundlage für meinen Schnitt ist das 'Lydia' Shirt in Größe 38, welches ich mir für einen 1$ bei burdastyle.com heruntergeladen habe.
Wer Lust hat diese Konstruktion nachzumachen, kann natürlich auch eine andere Jersey-Shrit Basis verwenden (siehe: Unabhängiger werden von Schnittmustern Teil 1 - Grundschnitte)

An dieser Stelle möchte ich betonen, dass ich meine Konstruktion selbst zusammengeschustert habe. Hier im Netz sah ich ein Schnittbild und ich bekam spontan Lust mir soetwas nachzukonstruieren. Das was ich hier nun vorzeige, ist Hobbyschneiderinnen-Kram. Gerne nehme ich Verbesserungsvorschläge entgegen oder Hinweise auf Ungereimtheiten.

Wir starten mit der Konstruktion der Kapuze:
Die roten gestrichelten Linien in der Zeichnung sind Hilfslinien. Die erste Hilfslinie zeichne ich im rechten Winkel zur Vorderen Mitte durch den äußeren Schulterpunkt. Von dieser Linie messe ich die (gwünschte!) Höhe meiner Kapuze nach oben. Bei mir sind das 36cm.
 Die zweite Hilfslinie ist eine Tagente die ebenfalls durch den äußeren Schulterpunkt verläuft und durch den Punkt der hinteren Mitte der Kapuzennaht.
Wie ermitteln wie diesen Punkt der hinteren Mitte der Kapuzennaht?  DAS ist ehrlich gesagt für mich der schwierigste Part hier in der Konstruktion. Die Schräge der Naht mit der die Kapuze an das hintere Halsloch gebracht wird habe ich geschätzt und die Lage und Länge des Abnhähers (hier 7cm) ebenso. Vielleicht hat jemand einen Tipp für mich wie genau man hier die nötigen Parameter ableiten kann???
Nun gilt es nur noch die Kapuze schön in der Form auszuzeichnen. Dort wo ich in der Zeichnung die Geodreiecke eingefügt habe, sollte unbedingt ein rechter Winkel sein. Oben an der Kapuze hätten wir sonst z.B. später eine kleine Spitze/Tüte.

Im nächsten Schritt zeichnen wir jetzt noch unseren 'Wasserfall' dran - und schon sind wir fertig. ;-)

Sehr wichtig hier ist der rechte Winkel zur vorderen Mitte unten in der Taillennaht. Dies ist ein neuralgischer Punkt wie ich später beim Probenähen festellen musste. Allzuleicht zieht die Naht an dieser Stelle hoch oder ist nicht gerade im Verlauf. Eine Sache die ich beim Nähen des Shirts auf jeden Fall bei der Anprobe noch mal checken würde, denn ich glaube der Verlauf der Naht an dieser Stelle hängt auch viel vom Stoff bzw. vom Fall des Ausschnittes ab.

Zu guter Letzt noch der Ärmel. Man kann einen kurzen oder einen längeren Ärmel machen. Für meine  Probe mit dem kurzen Ärmel habe ich so gekürzt wie hier in der Grafik zu sehen:
Hat das hier denn jetzt jemand verstanden? Ich hoffe es sehr!

Hier nun noch Fotos meiner Probeshirts die ich nähte.

Dieses bunte Jerseyteil habe ich als Wendepullover genäht. Ich kann die Krawattenmusterseite außen haben oder die braune:





Recht hübsch fände ich es auch als Zweiteiler/Kleid mit einem Bündchen in der Taille? 

Mein Problem mit diesen Proben ist nur dass sie in Größe 38 genäht sind und dass bei meinen persönnlichen Proportionen wieder alles ganz anders aussehen wird. Übrigens werden Mema und ich im 4. Teil unserer Schitte-Post-Serie genau diese Sache behandeln. Ich werde bei der Gelegenheit zeigen wie ich mir meine potentiellen Modelle vorab digital anprobiere, um die Proportionen zu checken beispielsweise.

Und ganz abgesehen davon, dass ich die Proben nicht in meiner Größe genäht habe, können sie mir auch gar nicht passen weil sie Mini sind, anprobiert an einer 1/3 Minitaturbüste. :-)


Schon sehr lange hatte ich den Wunsch nach einer Miniaturbüste, damit ich einfache Sachen mit Stoffresten ausprobieren kann. Auf Twitter diskutierten wir auch ein wenig über Wasserfallkragen und da kam mein Wunsch wieder an die Oberfläche. Ich hatte überlegt ob ich mir nicht auch mit meiner Puppe hier helfen könnte...


... aber diese Minitaurbüste, die wirklich die original Hohensteinmaße hat, ist doch sehr viel praktikabler (und teurer!). Und man kann unglaublich tolle Sachen damit machen: Seht mal das Video auf dieser Seite:

  LE PETIT THÉÂTRE DIOR - MISS DIOR KLEID



Um jetzt noch einmal zurück zum Thema zu kommen: Hier auf Pinterest habe ich ein paar Links gesammelt zur Konstruktion von Wasserfallkragen. Dort gibt es auch noch Beispiele wie man diese Art Drapierungen durch Aufspreizen im Schnitt herstellen kann:

https://www.pinterest.com/immimeyer/cowl-neck/

Bis dann also, wenn es im letzten Teil um das Thema geht:

Wie baut man sich ein persönliches Papiermodell und was kann man damit machen. (Sketch-Books)

Liebe Grüße
Immi