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Freitag, 1. März 2013

SWAP - Finale am 01.März 2013


"Ja, mach nur einen Plan, sei nur ein großes Licht, und mach noch einen zweiten Plan, gehn tun sie beide nicht."(Brecht, Die Dreigroschenoper, 3. Akt: 7, Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens)


http://design-seeds.com/index.php/home/entry/oiled-tones




Mitte September 2013 haben wir, RongMema, und Immi, den Plan  – SWAP  - „We produce our collection“ organisiert. Wir wollten bei der Auswahl der nächsten Nähprojekte darauf achten, dass die Kleidungsstücke in Farbe und Stil zusammen passen und so sollte eine kleine variable Kollektion entstehen. 

Wir haben vorgeschlagen, dass jede in den 5 Monaten Laufzeit mindestens vier Kleidungsstücke näht. Einige Frauen haben sich von unserer Initiative inspirieren lassen und haben mitgemacht. So sind mit der Zeit spannende Projekte entstanden.

An diesem Wochenende beenden wir den Prozess. Zum Abschluss zeigt jede ihre Ergebnissein ihrem Blog.

Und für uns drei ist es Zeit gemeinsam Bilanz zu ziehen.

Wir sind ganz fröhlich darüber, dass unsere Initiative so interessiert aufgenommen worden ist. In den letzten Monaten ist an ganz vielen Stellen die Gestaltung von zusammen passender, selbstgenähter Kleidung thematisiert worden. Von dem Austausch haben sowohl die Diskussionen innerhalb der Gemeinschaft der nähenden Bloggerinnen als auch unsere eigenen Nähprozesse profitiert.

Wir danken den Frauen die sich konkret mit der Gestaltung einer eigenen Kollektion beteiligt haben. Dabei hatten wir den Eindruck, dass die jeweiligen Pläne, die Auswahl der Stoffe, die Entscheidung für bestimmte Schnittmuster und die gewählten Nähtechniken vom gemeinsamen Prozess inspiriert wurden. Zusammen haben wir an dieser Stelle durch den Austausch mehr erreicht.

Es gab unendlich viele Anregungen, Bestätigung und manchmal auch Korrektur durch die Kommentare unserer Leserinnen. Auch das hat zum Gelingen beigetragen. Danke dafür.

Wir haben alle erlebt, dass der SWAP, das Nähen nach Plan in Konkurrenz zu unseren normalen Alltagstätigkeiten steht und diesem dann oft der Vorrang gegeben wird oder werden muss. Das ist ganz normal und schlau.

Eine weitere interessante Erfahrung haben wir gemacht. Alle (fast alle) Pläne haben im Laufe der 5 Monate mehr oder weniger gravierende Änderungen erfahren. Auch das entspricht den üblichen Erfahrungen geplanter Prozesse. Erst während der Ausführung zeigen sich die Chancen und Grenzen der Dinge. Fortlaufende Überprüfung und als Folge davon Plananpassung, Veränderung, Verkleinerung, Verschiebung des Vorhabens - alles das ist sehr sinnvoll und spricht für Intelligenz und Beweglichkeit. Manchen heiß diskutierten großen Bauvorhaben wäre eine nüchterne Analyse und Plananpassung zu wünschen. Zu dem Phänomen der übergenauen Pläne und ihrer unbeirrbaren Verfolgung kann auch Brecht (Die Dreigroschenoper, 3. Akt: 7, Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens) zitiert werden: 

"Ja, mach nur einen Plan, sei nur ein großes Licht, und mach noch einen zweiten Plan, gehn tun sie beide nicht."

Pläne sind nur theoretische Entwürfe und müssen während der Umsetzung immer wieder verändert und angepasst werden. Genau das haben wir alle getan.

Uns dreien hat das SWAP-Projekt „We produce our collection“ viel Spaß gemacht und wir haben davon sehr profitiert. Danke dafür.




Tja - und wie sieht mein persönliches Ergebnis aus?
Seht selbst die Collage:


Mein Fazit lautet folgendermassen:
  • Ich habe es nicht geschafft meinen SWAP nach Plan in dem vorgegebenem Zeitrahmen fertigzustellen. Die Jacke fehlt leider! Mir ist klargeworden dass eine Zeit von 5 Monaten für mich nicht reicht um 12 Kleidungsstücke fertigzustellen. Und ich weiss auch den Grund dafür dass das so ist: Meine Lust zu experimentieren hindert mich. Aber genau darauf möchte ich nicht verzichten und deshalb denke ich weniger ist mehr. 
  • Hinsichtlich der Einhaltung des Farbspektrums das ich vorher festgelegt hatte bin ich sehr zufrieden. Mir erscheint die Kollektion recht einheitlich und es sind keine Farben dabei die meinem Typ nicht zu Gesicht stehen würden.
  • Die Wahl der von mir gewählen Stoffe bzw. deren Qualität  lässt mich wiederum nicht ganz zufrieden sein. Ich habe entgegen meiner Gewohnheit Stoffe mit Polyestheranteil verarbeitet, aus Bequemlichkeit und um Kosten zu sparen. Das habe ich bereut und für die Zukunft habe ich mir nun vorgenommen nur noch Stoffe aus BW., Viscose, Seide oder Wolle zu verarbeiten.
  • Die Kombinitionsmöglichkeiten sind in meiner Kollektion nur bedingt gegeben. Das liegt daran dass    ich wegen meiner Figur meine Oberteile nur entweder zur Hose oder zum Rock kombinieren kann. aber nicht zu beidem gleichermaßen. Trotzdem denke ich dass die Einzelteile insgesamt einen (meinen?) einheitlichen Stil erkennen lassen.
 Diese gemeinsame SWAP-Aktion hat mich als Hobbyschneiderin weitergebracht und mir in mancher Hinsicht die Augen geöffnet. Ich finde es toll, dass wir hier gemeinsame Sache gemacht haben. Dieses war mein erster SWAP - aber sicher nicht mein letzter. Natürlich habe ich schon wieder neue Pläne - aber erstmal möchte ich das Gefühl hier abgeschlossen zu haben wirken lassen.


Mit Klick auf das Logo kommt ihr zu den Links der Abschlussberichte der andern Teilnehmerinnen :